Island befindet sich so nahe am Polarkreis, dass die Mitternachts-Sonne knapp nicht mehr sichtbar ist. Für spektakuläre Stimmungen ist jedoch gesorgt. Wir erlebten einen eindrücklichen Sonnenaufgang bei Hallormsstaðir.
Da wir früh losfuhren, konnten wir das Morgenlicht beim See Lagarflijót geniessen.
Eine Strassenbaustelle auf der Ringstrasse 1 verzögerte unser Vorwärtskommen beträchtlich. Wiederum waren wir froh, über ein 4WD-Fahrzeug mit hohem Radstand zu verfügen.
Kurz vor dem Pass Breiðdalsheiði sind wir in das Seitental Öxi auf die Strasse 939 eingebogen. Die 939 ist auf einigen Karten noch als F939 eingetragen. Es scheint jedoch, dass die einstmalige Piste zu einer normalen Strasse ausgebaut worden ist.
Zunächst war die Landschaft - abgesehen von einem Feld wirklich schöner Wollgräser - nicht sehr abwechslungsreich. Die Strassenschilder mit der Aufschrift "Blindhædir" warnen vor einer unübersichtlichen Krete und sollten unbedingt ernst genommen werden. Je näher man dem Berufjörður kommt, desto ansprechender wird die Landschaft. Man fährt hier an einigen Wasserfällen vorbei.
Am Berufjörður ist die Rangstrasse 1 nicht geteert, aber breit genug, um auch Lastwagen kreuzen zu können. Der Fjord erscheint verschlafen. Ausser einer Entenfamilie hat sich nicht viel bewegt. Die Strasse führt so nahe an Steilhängen mit lockerem Geröll vorbei, dass wir froh waren, ohne Steinschlag durchgekommen zu sein. Eine Nebelbank zeigte uns an, dass das Wetter hier nicht immer so angenehm ist, wie es sich uns gerade zeigte. Wie erfuhren das, indem sich das Wetter allmählich verschlechterte.
Den Flug der Enten und Gänse konnten wir in dieser Region mehrmals fotografieren.
Bei Stafafell sind wir ein paar Kilometer auf der F980 gefahren, am Gletscherfluss Jökulsá í Lóni entlang. Bei der ersten Flussdurchquerung entschieden wir uns jedoch umzukehren, da beim aktuellen Wetter unklar war, ob der Fluss ansteigen würde und wir dann nicht mehr zurückfahren könnten. Wir fuhren dann noch einige Kilometer der anderen Fluss-Seite entlang. Die Strasse war so schmal, dass wir mit unserem Landcruiser nur noch in Millimeterarbeit ein entgegenkommendes Fahrzeug kreuzen konnten.
Auf der Weiterfahrt erlebten wir eine typisch isländische Wetterstimmung - nass und in undurchsichtigem Schwarzgrau. Kurz darauf zeigte sich die Sonne wieder. Die schnellen Wetterwechsel sind für Island charakteristisch.
Bei Höfn erhascht man den ersten Blick auf den grössten Gletscher Islands, den Vatnajökull.
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